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Hirntumoren mit F18-Tyrosin

Funktionsweise

Bei Hirntumoren handelt es sich um bösartige Strukuränderungen im ZNS, deren Basisdiagnostik durch CT und MRT erfolgt. Darüber hinaus besteht jedoch Bedarf an zusätzlichen physiologischen und biochemischen Informationen, die durch die molekulare Bildgebung der PET/CT und PET/MR erfolgen. Angestrebt werden Aussagen zum Tumorstoffwechsel, der Proliferationsrate und der Invasivität des Tumorgeschehens, aber auch zur Beeinflussung des umgebenden Hirngewebes. Die standardmäßig eingesetzte 18F-FDG-Glukose ist im Bereich des ZNS nur mit Einschränkungen nützlich, da speziell bei niedrigmalignen Tumoren die Abgrenzung zur Umgebung des Hirngewebes im Einzelfall schwierig sein kann.

Aus diesem Grund wird für die Darstellung von Hirntumoren in der PET/CT statt Glukose die Aminosäure Tyrosin verwendet, die wir in unserem Radiochemielabor seit 2010 selbst produzieren können. Tyrosin ist in Hirntumoren meist in erhöhter Konzentration nachweisbar, was durch einen gesteigerten Aminosäuretransport bedingt ist. Die gesteigerte Aminosäureaufnahme findet sich auch in niedriggradigen Tumoren und gestattet damit eine präzise Diagnostik.

Vorteile

Die Aufnahme von Tyrosin lässt sich in malignen Gliomen höheren Grades stärker nachweisen als in niedriggradigen Tumoren, sodass eine Aussage zur Prognose innerhalb eines histologischen Grades möglich ist. Auch Astrozytome und andere Hirntumoren reichern sich zuverlässig mit Tyrosin an. Das sog. Enhancement der radioaktiven Aminosäure reicht über die Kontrastmittelanreicherung hinaus, sodass Rückschlüsse auf eine Infiltration des umgebenden normalen Hirngewebes möglich sind. Eine wesentliche Hilfe ist bei der Diagnostik neurochirurgisch oder strahlentherapeutisch vorbehandelter Hirntumoren die sichere Aussage über ein mögliches Rezidiv, die mittels MR-Kontrastmittel nicht mit derselben hohen Sicherheit gelingt. Somit kann die Aminosäure-PET/CT nicht nur in der Primärdiagnostik, sondern auch ganz wesentlich im Verlauf bzw. der Rezidivdiagnostik mit großem Nutzen eingesetzt werden.

Durch die gute Abgrenzbarkeit gelingt die präzise Operationsplanung bzw. Festlegung der Strahlendosis und der zu bestrahlenden Region, womit sowohl eine Über- als auch Untertherapie vermieden werden kann (so viel wie nötig, so wenig wie möglich). Durch die Herstellung im eigenen Haus ist die Substanz jederzeit verfügbar.

Fallbeispiel

Glioblastom

Anamnese:

  • Zustand nach OP eines Glioblastoma multiforme rechts parietooccipital (WHO Grad IV)
  • Post-OP-MRT: girlandenförmiges Enhancement am Resektionsrand
  • Fragestellung: Festlegung des zu bestrahlenden residuellen Tumorgewebes

Befund:

  • Tyrosineinlagerung am Resektionsrand unter Einbeziehung des Splenium des Corpus callosum rechts im Sinn von residuellem Tumorgewebe

Schlussfolgerung:

  • Präzise Festlegung des Zielvolumens

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Residuelles Tumorgewebe am Resektionsrand



 

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