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PET/CT in der Kardiologie

Funktionsweise

Die PET/CT high definition ist eine bedeutende Weiterentwicklung der Diagnostikmethode PET/CT. Bisher schon äußerst erfolgreich in der Onkologie eingesetzt, setzt dieses Ganzkörperverfahren auch neue Maßstäbe in der Herzdiagnostik. Die hochauflösende PET (Positronen-Emissions-Tomographie high resolution) erkennt und bewertet die Durchblutung, den Stoffwechsel und die Vitalität des Herzmuskels. Die 64-Schicht-CT (Computer-Tomographie) zeichnet eine genaue anatomische 3-D-Landkarte des Herzens und ermöglicht die Darstellung der Herzkranzgefäße ohne Katheter.

Vorteile

Durch die Kombination beider bildgebenden Verfahren können in einer einzigen, nichtinvasiven Untersuchung Auffälligkeiten entdeckt und präzise den Herzkranzgefäßen zugeordnet werden. Die Untersuchung mit einer PET/CT high resolution erspart dem Patienten einen Herzkatheter und liefert mithilfe gestochen scharfer Bilder umfassende wichtige Erkenntnisse über die Funktionalität, Schwächen und Schädigungen des Herzens. Eine Rotationsgeschwindigkeit von nur 0,33 s pro Rotation und eine räumliche Auflösung von 0,4 mm gestatten Aufnahmen des bewegten Myokards und der Koronargefäße unter weitgehendem Ausschluss von Bewegungsartefakten. So werden diagnostische Lücken, z. B. bei der Untersuchung von Patienten mit hoher Herzfrequenz oder Herzunregelmäßigkeiten, vermieden und die Behandlungsplanung optimiert. Dabei ist die Strahlenbelastung für den Patienten deutlich verringert.

Ausgehend von den Basisinformationen (Anamnese, Klinik, EKG, Echokardiogramm) ermöglicht modernste Medizintechnik heute eine umfassende Herzdiagnostik ohne invasiven Eingriff. Voraussetzung hierfür sind die enge Abstimmung zwischen dem erfahrenen Kardiologen, dem Radiologen und dem Nuklearmediziner und der Ausschluss einer therapiepflichtigen Intervention (Stent, Bypass), die den invasiven Herzkatheter erforderlich machen würde.

Das Fusionsbild des High-Computertomographen mit 64 Zeilen bietet folgende diagnostische Aussagen:

  • Myokardiale Vitalität
  • Koronarstenose und Plaque-Relevanz
  • Instabilitätsbeurteilung bis zur molekularen Ebene.

Im Vorfeld des Herzkatheters werden maßgebliche Informationen zur Invasivstrategie zunächst ohne deren Unannehmlichkeiten und Risiken geboten.

Diagnostische Aussagen

  • Funktionsfähigkeit der Herzkranzgefäße: Die hochauflösende PET/CT ermöglicht eine bessere Erkennung und Bewertung von Ablagerungen in den Gefäßwänden, sog. Plaques, den Vorboten der koronaren Herzkrankheit. Bisher konnten diese Erkenntnisse nur durch einen Herzkatheter gewonnen werden.
  • Verkalkung der Herzkranzgefäße: Die hochauflösende PET/CT gibt den Kalziumstatus an, der eine sichere Aussage über die Verkalkung und so über das langfristige Herzinfarktrisiko des Patienten ermöglicht.
  • Durchblutung des Herzmuskels: Durch SPECT/CT wird gemessen, wie gut der Herzmuskel durchblutet wird, und damit auch, wie gut die lebenswichtigen Energieträger (z. B. Fettsäuren) transportiert werden.
  • Stoffwechsel der Herzkammern: Die hochauflösende PET/CT gibt entscheidende Informationen darüber, welches Gewebe noch vital ist und welches nicht. Damit kann der Arzt klar einschätzen, ob der Patient z. B. von einer Bypassoperation noch profitiert.
  • Pumpleistung der Herzkammern: Die Beurteilung der Pumpfunktion der linken Herzkammer ist ein Entscheidungskriterium für die weitere Behandlung, z. B. in welchem Maß der Patient körperlich belastet werden kann.

Aus ärztlicher Sicht sind Risikostratifikationen, wie die Untersuchung von Patienten mit Diabetes mellitus, älteren Patienten, Frauen mit (u. U. unerkannter) KHK (silent ischemia) zu nennen. Durch differenziertes Vorgehen wurden Kosteneinsparungen bei 10.000 untersuchten Patienten dokumentiert.

Präoperativ geht es für den Patienten mit einer linksventrikulären Ejektionsfraktion mit ca. 30 % um die Frage der Differenzialtherapie (Bypass, Medikation, Herztransplantation) sowie um die Risikoeinschätzung der Operabilität (Komplikationsrate, Hospitalisierung, Mortalität, Notwendigkeit aggressiv begleitender Medikation).

Schließlich sei die PET/CT auch bei Atherosklerose und entzündlichen Herzgefäßprozessen (Makrophagen-PET, SUV-basiert) genannt. Hier geht es um Atheromstabilität und die Vielzahl entzündlicher Gefäßerkrankungen (Large Vessel Disease) wie Aortitis, Panerteritis, Takayasu-Syndrom etc.

Zusammenfassend dienen die so erhaltenen Daten über die Verkalkung der Koronargefäße, über die Pumpleistung der Herzkammern, über ihre Durchblutung und ihren Stoffwechsel einem umfassenden Status der Funktionsfähigkeit des Herzens in einem Diagnosedurchgang und ohne Eingriff. Damit bekommt diese Diagnostik im Akutfall, in der Therapiekontrolle, aber besonders auch beim präventiven Check entscheidende Bedeutung.

Diagnostik

  • Unterscheidung funktionell/organisch
  • Indikation zur invasiven Diagnostik
  • Staging

Therapie

  • Entscheidung invasiv/medikamentös
  • Quantitative Ermittlung des Therapieansprechens

Aktuelles Fallbeispiel

Anamnese

  • 1986 Zustand nach Myokardinfarkt
  • Seit 1990 Belastungsdyspnoe
  • 2000 3fach-Bypass mit deutlicher Besserung des klinischen Beschwerdebilds
  • Seit 2 Jahren erneut zunehmende Beschwerden

Befunde

  • Ergometer: bis 25 Watt, schlecht belastbar
  • Kalziumscore: 2979, entspricht einer beträchtlichen Kalzifizierung
  • CT-Angiographie:
    • Hochgradige Stenose im LM sowie in abgehenden LAD und CX mit nahezu vollständigem Verschluss
    • CX: Nahezu vollständiger Verschluss durch multiple verkalkte Plaques
    • Gute Durchgängigkeit im Bereich des 3fach-Bypasses
  • MIBI-SPECT: Ausgeprägte Minderspeicherung lateral und apikal
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Darstellung einer Infarktnarbe
mit Randischämie lateral und apikal
Darstellung der Herzwandbewegung mit eingeschränkter Ejektionsfraktion
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CT-Angiographie des RCX mit multiplen verkalkten Plaques (vgl. konv. Nuk, Herz-Kreislauf) 3-D-Darstellung des Herzens mit 3fach-Bypass

 

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