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Prostatakarzinome mit F18-Cholin

Funktionsweise

Prostatakarzinome wachsen sehr langsam und weisen damit sehr wenig Stoffwechselaktivität auf, d. h., der Krebs kann nur schwer mit Glukose nachgewiesen werden. Aus diesem Grund wird für die Darstellung des Prostatakarzinoms in der PET/CT statt Glukose die Aminosäure Cholin verwendet, die wir in unserem Radiochemielabor seit 2010 selbst produzieren können. Cholin wird für den Aufbau von Zellwänden benötigt und macht so das Zellwachstum sichtbar. Mit radioaktiv markiertem Cholin kann man daher feststellen, ob sich der Krebs ausbreitet oder nicht.
 

Vorteile beim Prostatakarzinom

Cholin-PET eignet sich besonders gut für die Darstellung des Krebses sowohl in der Prostata selbst als auch in den metastatischen Absiedlungen im Körper. Wichtigstes Einsatzgebiet der PET/CT liegt beim Prostatakarzinom demnach im Restaging, d. h. in der Ausbreitungsdiagnostik nach einer OP. Der Grund: Wurde ein Prostatakrebs erfolgreich operiert, so liegt der PSA-Wert bei 0,0. Steigt der PSA-Wert nachträglich an, muss der Tumor außerhalb der Prostata „gestreut“ haben. Diese Metastasen können im ganzen Körper verteilt sein. Um sie zu lokalisieren, bedarf es eines Diagnostikverfahrens, das den gesamten Körper untersucht. Im Gegensatz zu den konventionellen Untersuchungsmethoden kann PET diesen Beitrag leisten und Metastasen außerhalb der Prostata schnell, schmerzfrei und genau sichtbar machen.

Aktuelle Fallbeispiele

Patient 1 – Lokalrezidiv nach RPE

Anamnese:
63-jähriger männlicher Patient mit Zustand nach radikaler Prostatektomie (RPE, wörtlich: komplettes Herausschneiden der Prostata) vor eineinhalb Jahren bei Prostatakarzinom.
Postoperativ PSA-Abfall in den Nullbereich bis vor 9 Monaten. Danach langsamer PSA-Anstieg auf aktuell 0,2 ng/ml.

Befund:
Malignomtypischer Cholinmetabolismus bei Zustand nach radikaler Prostatektomie in der Prostataloge links als Ausdruck eines Lokalrezidivs.

Schlussfolgerung:
Nachweis des biochemischen Rezidivs bei PSA-Anstieg nach radikaler Prostatektomie.

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Patient 2 – Lymphknotenmetastase nach RPE

Anamnese:
67-jähriger Patient mit Zustand nach Prostatektomie vor 3 Jahren.
Seit 18 Monaten Anstieg des PSA-Wertes auf aktuell 0,28 ng/ml. Zurzeit noch keine Therapie.

Befund:

In der 18F-Cholin-PET/CT findet sich ein metaboler Hinweis auf eine kleine 6 mm große Lymphknotenmetastase im Bereich der rechten Obturatoriusgruppe.

Schlussfolgerung:

Präzise Lokalisation einer Lymphknotenmetastase.

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Patient 3 – Lokalrezidiv

Anamnese:
74-jähriger männlicher Patient mit bioptisch gesichertem Adenokarzinom der Prostata vor dreieinhalb Jahren. Pelvine Lymphadenektomie und subkapsulläre Orchiektomie. Keine Prostatektomie wegen Lymphknotenmetastasen. Radiatio

- Jetzt: PSA-Anstieg auf 1,6 ng/ml
=> Knochenszintigraphie: kein Nachweis von Metastasen
=> Röntgendiagnostik: kein Nachweis von Metastasen

Befund:
Malignomtypischer Cholinmetabolismus im linken Prostatalappen im Sinne eines Lokalrezidivs.

Schlussfolgerung:

Sichere Klärung der Ursache des PSA-Anstiegs.

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